|
Das Äußere der Pfarrkirche
Der Turm ist über dem Hauptportal aufgebaut und bewirkt zusammen mit dem zierlichen Dachreiter über dem Chorbau ein schönes Maßverhältnis im Äußeren der Kirche. Im
Dachreiter ist die kleine Wetterglocke untergebracht. Das Geläute im Turm besteht aus sechs Stahlglocken, die im Jahre 1949
vom Bochumer Verein in Bochum gegossen worden sind. Die Glocken haben ein Gesamtgewicht von 12236 kg und klingen in den Tönen h-d-e-fis-a-h.
Die Richtung der Kirche nach Nordwesten entgegen der sonst üblichen Ostung ist von der früheren Kirche übernommen worden, bedingt durch die vorbeiführende Straße. Im Friedhof befinden
sich zwei Statuengruppen aus Savonier-Stein. Sie wurden 1896
aufgestellt und sind Werke des Bildhauers Matt in Bregenz. Auf der Nordseite die Ölberggruppe, auf der Südseite die Pieta`, letztere gestiftet von den Kirchenbaumitgliedern. Der Friedhof
wurde im Sommer 1999 von der Leichenhalle erweitert, die Friedhofsmauer und der Eingangsbereich im Jahr 2000 erneuert. Es entstand eine Urnenwand, bei der das alte Missionskreuz
einen neuen Platz gefunden hat.
Die Ausstattung und Ausmalung der Kirche
Die Eingangshalle ist als Kriegergedächtnisstätte
gestaltet: Dreiseitig angeordnet befinden sich oben ein Deckenfries mit den Namen der Gefallenen des ersten Weltkrieges und in Augenhöhe seit 1970 die Namen der Gefallenen und Vermissten der zweiten Weltkrieges. Sämtliche Holzschnitzarbeiten stammen aus den heimischen Werkstätten
Hans Ebert, Walter Pretzl und Otto Birkenbach. Die Fresken der Vorhalle malte 1937 Prof. Waldemar Komsperger – München; rechts der hl. Georg, links der Erzengel Michael und der hl. Sebastian. Die in Steine
eingemeißelten Jahreszahlen erinnern an den Kirchenbau 1491, an die Barockisierung und Vergrößerung 1684 und 1720 sowie an die Grundsteinlegung zum jetzigen Gotteshaus 1890. Die Jahreszahl 1892 auf dem
Fußboden erinnert an die Vollendung der Kirche.
Betreten wir den neuromanischen Kirchenraum, so fällt uns sofort die überreiche Ausmalung auf. Geschaffen wurde sie 1903 und 1904 von Prof. Martin von Feuerstein
– München, und seinen Schülern der Meisterklasse, (Theodor Baierl, Franz Xaver Dietrich, Georg Kau)
weshalb die Kirche ein wahres Feuerstein-Museum genannt werden könnte. Ein einheitlicher Gesamtplan umfasst sowohl den in Kaseintechnik ausgeführten figuralen wie den ornamentalen Teil der Bemalung und beinhaltet das Mitwirken Marias an der Erlösung. Sie ist vorgebildet in den alttestamentlichen Vorfahren und vollendet in der Krönung Marias durch Christus. Die zwölf gewaltigen
Fresken
an den Seitenwänden des Langhauses stellen heilsgeschichtlich wichtige Vorfahren Mariens dar: Adam, Noe und Abrahahm - dem der Künstler die Gesichtszüge des damaligen Pfarrers Julian Längle gab; dann Jakob, David und Salomon. Links vom Eingang: Eva, Sara, Rebekka, Rachel, Rahab und Ruth. Diese Fresken wurden in Kreisen der Kunstkritik als bahnbrechend gewürdigt.
Unter diesen alttestamentlichen Figurenbildern finden sich gemalte Kreuzwegstationen
– eine Kopie nach dem Kreuzweg in der St. Anna-Kirche – München. Die oranamentale Architekturmalerei der Wände und des weiten Flachgewölbes wurde durch den Kirchenmaler Engelbert Luger – Dornbirn in Zusammenarbeit mit Martin von Feuerstein ausgeführt und besonders im Chorraum von Restaurator Kurt Scheel 1975 ergänzt. Den Schmuck des Chorplafonds bildet das Lamm Gottes mit den Evangelistensymbolen, während das Mittelstück des Chorbogens eine Darstellung des Hl. Geistes in Spruchbändern zeigt. Der linke Chorbogen zeigt das von Franz Xaver Dietrich gemalte Bild von Mariä Verkündigung, der rechte Chorbogen das zweite Geheimnis des freudenreichen Rosenkranzes, „Mariä Heimsuchung“, von Theodor Baierl.
Überaus lebensvoll mutet das Gemälde der Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten und die hl. Drei Könige auf der linken Chorwand an. Der Künstler Georg Kau gab dem hl. Josef die
Gesichtszüge seines Meisters Feuerstein und einen der Hirtenknaben bildete er seinem Sohn nach. Gegenüber an der rechten Chorwand ist Maria als die Schmerzensmutter dargestellt. Martin von Feuerstein hat das Werk
signiert – wohl seine bedeutendste Schöpfung überhaupt. Besonders auffällig und den ganzen Chorraum beherrschend ist das Monumentalgemälde in der Apsis über dem Hochaltar. Es ist nach der Anleitung Feuersteins von
Franz Xaver Dietrich geschaffen worden und stellt in reicher Verwendung von Goldfarbe “Maria Krönung
im Himmel” unter freudiger Anteilnahme der Engel dar. Xaver Lutz schrieb im „Kunstfreund für Tirol und Vorarlberg“1906: „ in vollen, nimmer ausklingenden Akkorden feiern sie die Vollendung des Lebens Mariens.“ Diese Vollendung durch die Krönung Mariens ist die Frucht jener Ganzhingabe in den Dienst Gottes, welche schon in der Kindheit Mariens begonnen hat und als
„Maria Opferung“
auf dem Hochaltarbild dargestellt ist. Gemalt wurde das Bild von Josef Reich – Bizau/ Wien. Der figurale Teil des Hochaltars stammt von seinem Bruder, Bildhauer Alois Reich – Bregenz: die Statuen St. Ludwig und St. Theodul sowie die Darstellungen von Moses, David, die vier großen Propheten und das apokalyptische Lamm im Antependium.
Die beiden Seitenaltäre aus Eichenholz lieferte die Werkstatt Schlachter – Ravensburg. Der rechte Altar ist dem hl. Josef geweiht und trägt die Statuen des hl. Josef und der Heiligen
Georg und Franz von Assisi. Die Pedrella zeigt die Darstellung Maria Trost, beiderseits St. Martin und Wendelin. Gegenüber ist der Herz-Jesu-Altar mit den Statuen des Heilandes mit dem heiligsten Herzen, der hl.
Katharina und der hl. Ursula. In der Pedrella die Rosenkranzkönigin mit dem hl. Dominikus und Katharina von Siena sowie Aloisius und Antonius von Padua.
Die Kanzel mit der Darstellung Jesu als Lehrer oben und der vier Evangelisten an der Brüstung ist ein Werk des Künstlers Alois Reich.
Der Taufstein neben dem rechten Seitenaltar trägt die Jahreszahl 1608. Er hat gotische Ornamente mit Übergang zur Renaissance. An den Chorbänken sind zwei Reliefs vom
früheren Tabernakelaufbau: rechts Abrahams Erprobung, links Abraham bringt Melchisedek den Zehnten;-Diese hat Otto Schneider 1999 restauriert.
Aus Teilen der früheren Kommunionbank fertigte der Schreiner Erich Türtscher 1994 den Volksaltar. Er birgt im Unterbau Gebeine der Märtyrer
der Thebäischen Legion, die der Bischof von Sitten 1890 den Walser Gemeinden zukommen ließ als Zeichen der Verbundenheit mit deren christlichen Ursprüngen in St. Maurice im unteren Wallis.
1999 wurde die Ausstattung ergänzt durch ein Evangeliar-Pult, in das Schreiner Albert Ebert,
ebenfalls aus der alten Kommunionbank, die Holzreliefs der abendländischen Kirchenväter: Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregor eingearbeitet hat.
Die zwei Glasgemälde im Chor zeigen uns auf der einen Seite Joachim und Anna, auf der anderen Herz –Jesu und Herz-Mariä in Ganzfiguren. Die Fenster im Langhaus zeigen rechts St. Josef
und Herz-Mariä als Zuflucht der Bedrängten und gegenüber den Guten Hirten und die Unbefleckte Empfängnis Mariä. Die übrigen Fenster enthalten je zwei Medaillons mit den Brustbildern der zwölf Apostel sowie der
Namenspatrone der jeweiligen Stifter. Sämtliche Fenster sind durch Martin von Feuerstein entworfen worden. Die Außenverglasung stammt von Nikolaus Dierig- Überlingen a. B.
Zu beiden Seiten des Hauptportals befinden sich zwei bedeutende Kunstwerke: das vom Feldkircher Künstler Florus Scheel 1914 geschaffene Bild von Jesu Grablegung und das 1938
entstandene Ölgemälde „Christi Geburt“ von Prof. Kolmsperger-München.
Bemerkenswert noch ein Chor-Nebenaltärchen aus der Mitte des 18. Jh., das als Fronleichnamaltärchen diente. Die gute Restauration ist dem Feldkircher Restaurator Kurt Scheel zu
verdanken.
Zum Inventarbestand der Kirche gehört noch eine große Weihnachtskrippe mit Figuren des bekannten Tiroler Bauschnitzers Josef Bachlechner.
Rückwärts erheben sich übereinander zwei Emporen, auf deren oberen die Orgel aufgestellt ist. Sie ist 1892 von der Firma Anton Behmann
in Schwarzach gebaut und im Jahre 1964 von Guido Nenninger-München, auf 19 klingende Register erweitert worden. 1997 bis 1999 hat Orgelrestaurator Robert Maag
aus Wangen/Allgäu den ursprünglichen Prospekt wiederhergestellt und das Orgelwerk gründlich überholt und auf 20 Register erweitert. Er nennt es stolz sein „Her-zeige-stück“.
|